Wir haben lange überlegt, welches Thema bzw. welchen Inhalt wir für unsere Andacht nehmen sollen. Was eignet sich besonders gut, was erreicht die Meisten…

Dann kam mir eine Idee während des Abschlussgottesdienst an unserer Schule. Das Thema war „Sich auf den Weg machen“.

Dieses Thema passt auch zu unserem Zeltlager, denn wir machen uns jedes Jahr aufs Neue auf den Weg um gemeinsam ein tolles Zeltlager zu erleben. Wir bauen gemeinsam unser Lager auf und ab, unternehmen tolle Ausflüge auf denen wir neue (Wander-)Wege entdecken, lernen neue Menschen kennen, schließen Freundschaften und verbringen hier gemeinsam eine unvergessliche Zeit.

Aber ich bin mir sicher, dass das „sich auf den Weg machen“ nicht nur auf das Zeltlager bezogen werden kann. Es betrifft jeden Einzelnen von uns auch außerhalb unseres schönen Lagers.

So macht man sich beispielsweise auch auf den Weg, in dem man sich aufrafft sein Zimmer oder seine Wohnung aufzuräumen; zum Einkaufen oder zum Müll rausbringen zu gehen; man macht sich auf den Weg um seine Freunde zu treffen; in den Urlaub zu fahren; oder man macht sich auf den Weg in die Schule, zum Studieren oder zur Arbeit zu gehen.

Doch was genau bedeutet eigentlich „sich auf den Weg machen“?

Dazu muss man sich zunächst einmal das Wort „Weg“ genauer anschauen:

Ein Weg ist für viele etwas ganz Alltägliches und Allgemeines. Wenn man im Internet nach Definitionen sucht, erscheinen einige Suchergebnisse, darunter auch folgende:

  1. Ein Weg ist die Verbindung zwischen zwei Ortschaften. Die zurückgelegte Entfernung heißt Wegstrecke.

  1. Richtung, die einzuschlagen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen.

  1. Strecke die zurückzulegen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen.

  1. Art und Weise, wie jemand vorgeht, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen.

Wie ihr seht, kann man unter dem Wort „Weg“ einerseits ein anderes Wort für „Pfad oder Straße“ verstehen, also etwas was für jeden von uns zugänglich ist und das wir tagtäglich nutzen um von einem Ort zum anderen zu kommen.

Andererseits hat das Wort „Weg“ auch noch eine ganz andere Bedeutung, nämlich das Erreichen unserer ganz persönlichen Ziele, also etwas das mit den bloßen Händen nicht greifbar ist.

Jeder von uns hat die unterschiedlichsten Wegerfahrungen gemacht. Zum Beispiel gibt es Wege, die wir alleine bewältigen, sei es das erste Mal in die Schule zu gehen, zu Prüfungen anzutreten, zu einem Vorstellungsgespräch zu erscheinen oder von zu Hause auszuziehen.

Auf manche Wege freuen wir uns; sie fallen uns leicht, wie zum Bespiel der Weg zur Geburtstagsparty eines Freundes oder zum wöchentlichen Fußballtraining.

Auf andere Wege hingegen kann man so gar nicht freuen und sie bereiten uns Angst und schlaflose Nächte, wie etwa eine bevorstehende Klassenarbeit oder eine Prüfung in der Uni, für die man sich überhaupt nicht vorbereitet fühlt.

Doch alle diese Wege – sowohl die schweren, als auch die leichten – sind Teil unseres Lebens – unseres Lebensweges - wie man oft sagt. Keiner von uns kennt nur die leichten, die unbeschwerlichen Wege. Oftmals müssen wir auch Wege gehen, die wir noch nicht kennen.

Um am richtigen Ziel unseres Weges anzugelangen verwenden wir oftmals Google-Maps oder ein Navi. Aber wie sieht es eigentlich mit dem Weg zu Gott aus? Gibt es dafür auch eine Karte oder einen Routenplaner, der uns navigiert?

Im Johannes-Evangelium sagt Jesus zu Thomas:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Für mich persönlich ist dieser Vers einer der wichtigsten in der Bibel überhaupt, denn er bekräftigt uns darin, Jesus zu vertrauen und so den Weg zu Gott bzw. zum ewigen Leben zu finden.

Gleichzeitig lädt Jesus uns ein, über unseren Lebensweg nachzudenken. Wo wollen wir eigentlich hin? Damit meine ich jetzt nicht etwa die nächste Etappe, also etwa: Ich möchte möglichst schnell in meinen Schlafsack oder ins KIZ, sondern vielmehr die Gesamtbetrachtung:          wo möchte insgesamt hin? 

Und Jesus nennt uns in dem Vers schon ein ziemlich gutes Ziel: nämlich zum Vater – also zu Gott. Willst du am Ende bei Gott landen, in seinem Reich der Ewigkeit? Dort vielleicht liebe Menschen wiedersehen, die schon bei Christus sind und die du vermisst?

Wenn du zu Gott, zum Vater willst, dann gibt dir Jesus auch gleich noch einen Tipp, auf welchem Weg du dorthin gelangen kannst: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Zuerst verspricht uns Jesus, dass wir zu Gott kommen, wenn wir ihm Vertrauen. Wenn wir gemeinsam mit Jesus den Weg bestreiten, dann wird es kein Holzweg sein; Jesus führt uns nicht in die Sackgasse. Zwar mag es im ersten Moment so erscheinen, dass es nicht mehr weitergeht, aber dann merkt man nachträglich doch: Irgendwie ging es dennoch weiter! Jesus führt uns durch schwierige und scheinbar aussichtlose Tage.

Außerdem sagt Jesus, er sei die Wahrheit. Bei Jesus selbst gibt es keine Tricks, keine falschen Versprechungen, keine kleingedruckten Vertragsbedingungen. Jesus ist stets treu und solide und bleibt stets an unserer Seite.

Zu allerletzt sagt Jesus noch: er sei das Leben, also das, was unsere Existenz ausmacht, der Grund dafür, dass wir heute gemeinsam hier stehen. Das Leben, wonach wir uns alle sehnen: ein echtes, erfülltes und glückliches Leben. Und Jesus unterstützt uns dabei.

Mit dieser Andacht bekräftigen wir also noch einmal, dass wir uns „auf den Weg machen“ und Jesus, der uns zu Gott leitet vertrauen. Er beschützt uns und hilft uns dabei, dass wir nicht von unserem Weg abkommen. Er wird uns immer an unser Ziel führen.

Deshalb sagen wir:

Ja zu dem Weg.

Ja zur Wahrheit.

Und wir sagen Ja zum Leben.

Amen.

è Gebet:

Der Herr segne deine Wege, die sicheren und die unsicheren Schritte, die leichten und die schweren Wege.

Er beschütze dich, damit du immer wieder die Kraft hast aufzustehen und weiterzugehen.

Gott schenke dir Wegbegleiter, die dir Helfen und dich unterstützen und dir auch wieder zeigen wo der Weg ist, wenn du ihn verloren hast.

AMEN